Gedanken zu Yoga (Teil 2)

Yoga ist funktionelles Fitnesstraining, so weit waren wir schon. Statt der angekündigten Beispiele möchte ich auf einen recht guten Artikel verweisen, der noch einmal veranschaulicht, was damit gemeint war. Yoga ist aber außerdem auch ein Trend, und somit stecken hinter Yoga als organisiertem Sport häufig finanzielle Interessen.

Abgesehen davon, dass nahezu jedes Yogastudio Ausbildungen mit teilweise zweifelhafter Qualität anbietet, möchte ich der Frage nachgehen, was hinter dem spezifischen Heilsversprechen des Yoga steckt, das meiner Meinung nach zu oft gegeben wird. Ich konzentriere mich zunächst auf den körperlichen Aspekt des Yoga. Vor kurzem las ich in einem Yoga-Blog, dass eine regelmäßige Yoga-Praxis einen gesunden und starken Körper formt. Das sehe ich anders. Yoga KANN das leisten, ja. In der Realität spielen aber häufig neben den typischen muskulären Dysbalancen, die durch einen sitzenden Beruf (mit-)verursacht werden, Vorerkrankungen (oft orthopädischer Natur) und grundsätzliche Insuffizienzen der Muskulatur eine Rolle.

Der durchschnittliche Yoga-Lehrer zieht seine Stunde durch und vermeidet, dass die Symptome von Vorerkrankungen und Insuffizienzen verschlimmert werden. Der gute Yoga-Lehrer achtet zusätzlich noch auf eine physiologische und korrekte Ausführung der Asanas und gibt Tipps. Aber keinesfalls ist eine Yogastunde in der Gruppe der Rahmen, in dem diese Problematiken gezielt angegangen werden können. Das kann Yoga-Personaltraining schon eher leisten, dort besteht die Möglichkeit einer gezielten Einflussnahme auf individuelle Probleme und Schwächen. Halten wir fest: Yoga als körperliche Ergänzung zu anderem Sport ist nahezu immer sinnvoll. Als einzige und alleinige körperliche Aktivität häufig nicht.

Was ist nun der spezifische Nutzen von Yoga? Auf der körperlichen Ebene spielt meiner Meinung nach die achtsame und bewusste Ausführung der Bewegungen und Positionen eine entscheidende Rolle, auch für die vielfach untersuchten Effekte des Yoga auf die Psyche (mehr dazu im nächsten Teil dieser Serie). Die meditative Komponente des Yoga spielt hier eine weitere, elementare Rolle. Ich werde im nächsten Teil der Frage nachgehen, ob die Effekte, die durch körperliche Yogapraxis, Achtsamkeit und Meditation hervorgerufen werden, in anderen Trainingsformen emuliert werden können.

Bis dahin darf sich jeder, der diesen Artikel liest und Yoga treibt, die Frage stellen, ob es vielleicht eine Alternative zu Yoga gibt, die körperlich und psychisch von größerem Nutzen sein kann.

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