Sport, Ernährung und Verantwortung (Teil 1 – die Basics)

„Eat Food. Not too much. Mostly plants.“

Der Urheber dieses Zitats ist Michael Pollan, US-amerikanischer Journalist und Autor. Neben erfrischenden Ernährungsthemen und gut geschriebenen Büchern glänzt Pollan immer wieder bei dem Versuch, die verwirrende Vielfalt der Ernährungsregeln, -empfehlungen und -leitsätze in alltagstaugliche Sätze zu übertragen.

Eat Food – nicht nur bei Anhängern der Paleo-Ernährung hat sich herumgesprochen, dass wir ernährungsphysiologisch am besten bedient sind, wenn wir „echte Lebensmittel“, das heißt vereinfacht: keine Fertigprodukte, auf unsere Teller wandern lassen. Das führt dazu, dass wir mehr kochen und auch ein größeres Bewusstsein für das entwickeln, was da in unseren Mund gerät. Das ist nicht nur im Sinne der Makro- und Mikronährstoffe sinnvoll, sondern bedient auch die soziale und psychosoziale Komponente des Essens. Hier findet sich sogar ein Überschneidungspunkt von Anhängern der Paleo-Ernährung anderen Ernährungsvorstellungen. Auch ein Vegetarier oder Veganer wird wohl zustimmen, dass das Kochen mit frischen Zutaten und die Vermeidung von Fertigprodukten wünschenswert ist.  Ein anderer Merksatz lautet: „Hat es einen Barcode, meide es.“ Das halte ich unter Umständen für übertrieben, aber der Leser ahnt, in welche Richtung es gedacht ist.

Not too much – Übergewicht und daraus resultierende soziale und medizinische Probleme stellen ein wichtiges Problemfeld unserer zukünftigen (und heutigen) Gesellschaft dar. Der Mensch entwickelt sich im Durchschnitt zu einem sitzenden Wesen. Bürojob, Auto und andere Faktoren sorgen dafür, dass unser tägliches Bewegungspensum oftmals erschreckend gering ist. Die Kalorienmenge, die wir zu uns nehmen, ist aber oftmals noch die eines viel aktiveren Menschen. Wir werden also dick. Darüber hinaus möchte die Industrie und verlangt es der Markt, dass wir konsumieren. Ein moderater Konsum, auch von Essen, ist oftmals fast schon verpönt und unerwünscht.

Mostly plants – Der Mensch hat im Rahmen der landwirtschaftlichen und industriellen Revolution das Tier immer mehr zur Ware gemacht. Perverse Endpunkte dieser Entwicklung sind Massentierhaltung mit grausamsten Praktiken und der Entwürdigung des tierischen Lebens. Zusätzlich sind die Folgen dieser Massentierhaltung oftmals Zerstörungen der Umwelt problematischsten Ausmaßes. Vor diesem Hintergrund ist eine Reduktion des Fleischkonsums mehr als nachvollziehbar. Ich würde lieber vegetarisch leben als das zu unterstützen. Eine Alternative ist, verantwortliche  und lokale Tierhaltung zu unterstützen und Fleisch zu kaufen, was eben nicht großindustriell hergestellt wurde und der Würde der Tiere Rechnung zollt. In Deutschland gibt es dafür zum Beispiel die „Demeter“-Zertifizierung, die sogar über bio-Richtlinien hinaus geht. Das mag teurer sein, ist oftmals aber eine Frage der Prioritäten. Kurz: ein Weniger an Fleisch kann sehr sinnvoll sein, ein Mehr an Obst und Gemüse ist definitiv ratsam.

Die richtige Ernährung ist natürlich ein Thema, was vielschichtig ist und leider auch selten nüchtern sondern meist ideologisch oder gar fanatisch diskutiert wird. Außerdem gibt es immer wieder neue, wissenschaftliche Erkenntnisse die zu Rate gezogen werden müssen. Ich orientiere mich hier an Pollans Merksatz, weil ich diese Grundlagen aus ökologischer und sozialer Sicht vorbehaltlos unterstützen kann. Sie entsprechen auch größtenteils dem aktuellen wissenschaftlichen Stand.

Gelten nun aber für einen Sportler andere Regeln als für den Durschnitt der Bevölkerung? Ergeben sich da noch ganz andere Problemfelder? Diese Frage wird in Teil 2 am kommenden Samstag beantwortet.

Posted in Ernährung, Fitness, Gesundheit
Tags: , ,