Sport, Ernährung und Verantwortung (Teil 3 – der Freizeitsportler)

Unter den Begriff „Freizeitsportler“ fällt eine deutlich größere Menschenmasse als unter „Leistungssportler“. Während im Leistungssport die Bedeutung der Ernährung sowie das Wissen um die richtigen Belastungs- und Ruhephasen für den Körper relativ gut ausgeprägt sind, ist das im Freizeitsport nicht unbedingt gegeben.

Die individuellen Unterschiede sind hier wohl größer als unter den Leistungssportlern. In der Dorfklasse wird nach dem Fußballspiel in der Kabine eben Bier getrunken. Die Bandbreite der förderlichen und weniger förderlichen Verhaltensweisen ist diesbezüglich wohl recht groß.

Ich möchte mich in diesem Artikel auf ein etwas kleineres, aber dennoch immens großes Areal konzentrieren: den Fitnessbereich. Dazu zählen grob alle, die Ausdauer- oder Krafttraining ohne Wettkampfambitionen betreiben. Ungefähr jeder zehnte Einwohner der Bundesrepublik Deutschland ist in einem Fitnessstudio angemeldet (aus der Studie „Der Deutsche Fitnessmarkt“ von 2015). Dazu kommen wohl noch einige, die ohne eine solche Mitgliedschaft laufen gehen oder Trainings im Freien oder im Zuhause absolvieren. Das sind ganz schön viele Menschen, oder mit anderen Worten: das ist ein großer Markt. Und das kann ein Problem sein.

Grundsätzlich entwickelt sich der Mensch mehr und mehr zu einem Wesen mit sedentem Lebensstil. Er sitzt und bewegt sich nicht viel. Jeder sportliche Akt erfüllt einen Selbstzweck. Der Körper wird seinem Entwicklungspotential einen Schritt näher gebracht, die gesundheitlichen Effekte für den Menschen sind vielfältig. Grundsätzlich ist es also erst einmal gut, dass die Fitnessindustrie viele Menschen ins Fitnessstudio (oder woanders hin zum Sport treiben) lotst.

Im engen Zusammenspiel mit den Massenmedien entsteht aber ein Körperbild (für Frauen wie für Männer), das für die meisten Menschen völlig unrealistisch ist, zu erreichen. Und genau das ist für die Industrie praktisch, weil sie dann Produkte verkaufen kann, die dem Normalsportler vorgaukeln, ein bisschen näher ans Idealbild heranzukommen: bunte Pulver, Pillen und Kleidung, die den Amateursport von einem Akt der Selbstliebe zu einem Konsumfest verkommen lassen.

Eine gewisse Supplemenierung kann sinnvoll sein, und natürlich ist auch eine passende Kleidung hilfreich. Aber auch jeder Freizeitkraft- oder Ausdauersportler kann in seinem Lebensumfeld eine Vorbildfunktion einnehmen und Verantwortung übernehmen: statt 50€ für den neuesten Pre-Workout-Booster auszugeben, kann man auch Huhn in Bio-Qualität statt aus der Geflügelhölle kaufen. Statt das vierte Paar bunte Sneaker zwei Kochbücher und einen Vorratseinkauf auf dem Wochenmarkt kaufen. Das klingt ziemlich öko, ich weiß. Aber eines darf man nicht vergessen: Sport IST, wenn er nicht pervertiert wird, ein Akt der Selbstliebe. Wer spürt, wie gut das tun kann, der sollte darum nicht sofort andere versuchen zu missionieren. Aber dieses gute Gefühl kann man dennoch sehr wohl nach außen tragen, und dieses Gefühl verträgt sich meiner Meinung nach nicht mit einer unstillbaren Konsumgeilheit, sondern mehr mit einer verantwortungsvollen Ernährung, Konsum wo er sinnvoll und nötig ist und einer positiven Einstellung sich und seiner Umwelt gegenüber.

 

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