Training und Spannung

Die Kombination von Training und Hartschaumstoffrollen zur Auflockerung von Muskulatur und Faszien kann durchaus gewinnbringend sein. Das Prinzip einer eigenständig durchgeführten Massage ist natürlich nicht neu. Im asiatischen Raum war es zum Beispiel bei Praktizierenden der Kampfkünste schon vor langer Zeit nicht unüblich, sich die Beine zur besseren Regeneration mit Bambusstäben auszustreichen.

Momentan handelt es sich zweifelsfrei auch um einen Trend, und damit gehen wie üblich Heilsversprechungen einher. Hier muss man klar differenzieren. Ein regelmäßiges „Ausrollen“ des Körpers löst genausowenig alle Probleme, wie früher die Powerplate oder jetzt das Training mit Elektrostimulation in 15 Minuten pro Woche das Fitnessstudio ersetzen konnte.

Lösen wir uns von einem solchen Gedanken und sehen eine Hartschaumstoffrolle als Ergänzung an! Was soll sie denn bewirken? Einfach und unwissenschaftlich gesagt soll sie dabei helfen, Spannungen abzubauen. Die meisten Probleme eines Sportlers entstehen durch zu viel Spannung: Verspannen Muskeln, können sich Gelekstrunkturen nicht mehr anatomisch bewegen. „Verspannen“ Faszien, so können sich Muskeln nicht mehr anatomisch Bewegen. Wie im restlichen Leben geht es im Sport also um Spannungsmanagement. Zu viel ist schlecht, wie oben gesagt. Zu wenig ist auch schlecht (keine adäquate Fähigkeit, um die Bewegungen durchzuführen, die beim Sport gebraucht werden). Es muss also das genau richtige Maß gefunden werden, der sweet spot der Leistungsfähigkeit. Dabei kann es helfen, regelmäßig zu rollen.

Übrigens ist auch bei Nicht-Sportlern häufig ein Zuviel an Spannung problematisch – nach chronischem, anatomisch fragwürdigem Sitzen ist die Seite der Oberschenkel (tractus iliotibialis) zum Beispiel häufig sehr verspannt. Was jeder deutlich merkt, der zum ersten Mal mit der Oberschenkelseite auf der Rolle ist…

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