Was du 2016 falsch gemacht hast und 2017 besser machen kannst

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, und über die Weihnachtstage hatte ich viel Ruhe und Zeit, zu lesen. Nach etwas Trivialliteratur habe ich mich von Sascha Fast inspirieren lassen und Cal Newports „Deep Work“ – ich glaube zu Deutsch „Konzentriert Arbeiten“ (erscheint aber erst im März ´17), gelesen. Normalerweise bin ich kein übermäßig großer Freund von Selbsthilfeliteratur, aber wenn es ein Autor versteht, über Themenfelder Überblicke zu geben, Literatur zusammenzufassen und daraus dann ein lesbares Buch zu machen, soll es mir Recht sein.

Man kann Newports Anliegen grob verkürzen: wir sind zu unkonzentriert, zu unfokussiert, lassen uns zu leicht ablenken, sind nicht so ganz bei der Sache, was auch immer die Sache gerade ist  – und das schadet uns persönlich sowie unserem beruflichen Erfolg. Er führt das natürlich detaillierter aus und schafft damit ein lesenswertes Werk.

Als gesellschaftliche Diagnose ist das schon bekannt, im deutschen Sprachraum kämpft zum Beispiel Manfred Spitzer in Büchern und medialen Auftritten für einen reflektierten Umgang mit digitalen Medien und ein Leben, das den biologischen Voraussetzungen von Mensch und Gehirn gerecht wird.

Ich kann die Schwierigkeit, achtsam und fokussiert zu sein, in meinem eigenen Leben deutlich nachspüren. Ich bin ohne Internet, Handy und mit drei Fernsehprogrammen aufgewachsen. Darum habe ich sozusagen am eigenen Leib erfahren, was für Möglichkeiten, aber auch grenzenlose Ablenkungen durch die Einführung dieser Technologien aufgekommen sind. Inzwischen habe ich seit Jahren eine tägliche Meditationsroutine entwickelt, aber auch in der restlichen Zeit kostet mich konzentrierte Achtsamkeit teilweise viel Mühe. Ich kann mir nur versuchen vorzustellen, wie ungleich schwerer das für eine Generation sein muss, die nichts anderes kennt, als ständige Verfügbarkeit von Internet und Smartphone und daher schwieriger darüber reflektieren kann. Sicherlich, Sorge um die eventuelle Schädlichkeit von (technologischen) Neuentwicklungen hat wohl jede Generation. Dass Ablenkung durch mediale Faktoren aber der Konzentrationsfähigkeit nicht zuträglich ist, ist zweifelsfrei bewiesen. Folge ist, wie Newport richtig beobachtet, dass konzentriertes Arbeiten und somit die Produkte von in geistiger Vertiefung entstandener Arbeit seltener, aber dafür immer wertvoller werden.

Wer für sich die eine oder andere Anekdote in seinem Bekanntenkreis sammeln möchte: diejenigen Menschen, die durch das Schaffen von imposanten Dingen auffallen, sind zumeist diejenigen, die in der Lage sind, sich auf das Schaffen/das Üben/das Training zu konzentrieren. Ich denke, dass hier auch Intelligenz eine Rolle spielt. Aber auch ein geniales Gehirn erschafft nicht, ohne sich zu fokussieren.

Das klingt trivial, ist aber dennoch oftmals nicht evident. Wenn fast jeder um dich herum unkonzentriert ist, einen fragmentierten Fokus hat, dann ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass dich jemand darauf hinweist, dass das problematisch sein könnte (wir sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht). Darum bin ich dankbar, dass ich „Deep Work“ zum Jahresende als Inspiration gelesen habe.

Was du 2016 falsch gemacht hast, musst du schon selber wissen. Mehr Fokus wäre aber sicherlich etwas, womit m neuen Jahr einiges leichter wird. Unter anderem auch, den Neujahrsvorsatz Realität werden zu lassen.

Literatur:

Cal Newport – „Deep Work“

Mihaly Csikszentmihalyi – Flow

Nicolas Carr – „Wer bin ich, wenn ich online bin – und was macht mein Gehirn so lange?“

 

 

 

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